Sowjetisches Ehrenmal

Epos der Befreiung

Posted by Florian on Mai 10, 2016
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Fast episch gestaltet sich das Sowjetische Ehrenmal in Berlin Treptow. 1949 auf dem Terrain einer früheren hippodromartigen Sport- und Spielwiese erbaut, gelang dem Schöpferkollektiv um Belopolski eine bemerkenswerte Inszenierung der Befreiung Berlins durch die Sowjettruppen.

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Der Besucher wird durch geschickte Bespielung der Stätte mit Elementen der Gartenbaukunst wahrlich geleitet. Zu Beginn gelangt man auf eine lang gezogene und breit ausgeführte Rampe, die den Blick wie bei einem Teleobjektiv auf die in weiter Ferne befindliche Skulptur lenkt. Die Sicht wird dabei noch künstlich durch zwei stilisierte Fahnen eingeengt, die Rampe ist flankiert von in Reihe gepflanzter Trauerweiden. Am Ende der Rampe eröffnet sich dem Betrachter schließlich folgendes Bild:

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Hat man die Rampe erklommen, eröffnet sich die Monumentalität und Weite des Mahnmals. Von ausgedehnten Marmorflächen und quadratisch angeordneten Gräberinszenierungen flankiert, wird die Statur nun Bestandteil eines Gesamtwerkes. Sie stellt einen Soldaten dar, der auf dem Arm ein Kind haltend ein Hakenkreuz zertritt. Links und rechts der Fläche befinden sich Marmorsarkophage, die Zitate von Josef Stalin tragen. Wie ein Buch liegt dem Betrachter eine Granitplatte zu Füßen mit der Aufschrift „Die Heimat wird ihre Helden nicht vergessen“. Eingerahmt wird die Gesamtanlage durch in Reihe angeordneter haushoher Pappeln, die die Umgebung bewusst ausblenden sollen und so den Blick auf das Innere konzentrieren. Die Pappeln stammen noch von der alten Sportwiese ab, die in das Mahnmal integriert wurden.
Gewiss mag das Ehrenmal vordergründig den Sieg der Sowjets über Berlin würdigen, was auf beeindruckende Weise gelungen ist. Verkannt werden dabei jedoch die Greueltaten an Zivilisten und getöteter Unschuldiger durch den Vormarsch der Roten Armee. Dennoch stellt das Ehrenmal, welches das größte seiner Art ist, ein wichtiges Zeitzeugnis in der Geschichte Berlins und Deutschlands dar.

Beide Fotos sind mit Absicht dramatisiert um die Monumentalität besser zu vermitteln.

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